„Kommunale Energiesteckbriefe“

Viele Kommunen in der Region haben die Potenziale von Energieeinsparung und erneuerbaren Energien schon früh erkannt und auch die Nutzung von Wind, Sonne und Biomasse zur Energiegewinnung wird vielerorts vorangetrieben. Die Planung und Realisierung solcher Klimaschutzmaßnahmen wird allerdings oft wegen fehlender Informationen und Daten zum Status-Quo erschwert. In den meisten Fällen fehlt eine standardisierte und fortschreibbare Datengrundlage wie es um den Energieverbrauch, die Nutzung regenerativer Wärme und den CO2-Ausstoß innerhalb von Städten und Gemeinden steht.
Mit den „Kommunalen Energiesteckbriefen“ bietet die Energieagentur Region Trier ein übersichtliches Instrument zur Datenvervollständigung und -analyse. Mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung wurde eine Internetanwendung entwickelt, die auf einen Blick das Verhältnis von Verbrauch zu erneuerbarer Energiegewinnung in einer Gemeinde aufzeigt. Dazu wurde das Prinzip des Energieausweises, wie er für Gebäude erstellt wird, auf Kommunen übertragen. Darüber hinaus zeigt der Steckbrief, wo die Gemeinde im Vergleich zu anderen steht, und wie sie sich in Sachen Energieeffizienz in den letzten Jahren entwickelt hat. Auf Basis der vorhandenen Software ist eine jährliche Fortschreibung möglich.
Außerdem beschränkt sich der Energiesteckbrief nicht nur auf rein quantitative Daten, sondern bildet auch so genannte "weiche" Indikatoren ab. So werde Aktivitäten der Verwaltung im Klimaschutz mit in die Analyse einbezogen, z.B., ob die Verwaltung über energietechnische Leitlinien und ein regelmäßiges Energiecontrolling verfügt oder ob eine kostenlose Energieerstberatung angeboten wird. Auch die Beteiligung der Unternehmen in der Region an Energieberatungsprogrammen und das Engagement der Bürgerschaft in Lokalen Agenda oder Energie-Gruppen wird im qualitativen Teil der Energiesteckbriefe aufgegriffen. Somit wird es möglich, auch die Bemühungen jener Gemeinden abzubilden, die keine günstigen naturräumlichen Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien haben.
Die Ergebnisse aller Steckbriefe wurden von der Energieagentur Region Trier in einem umfassenden Bericht zusammengefasst. Die Software ermöglicht eine kontinuierliche Fortschreibung der Steckbriefe, wodurch die Anwendung künftig als einheitliches Monitoringinstrument für die Energiewende in Rheinland-Pfalz genutzt werden kann. Eine Übertragung auf andere Regionen in Rheinland-Pfalz ist entsprechend in Planung. Die Ergebnisse der Steckbriefe stehen auf der Internetseite www.kommunaler-energiesteckbrief.de zur Verfügung.
(le)