Förderverein der Energieagentur besichtigt Wasserkraftanlagen in der Region

Karvernenhalle Vianden
Laufwasserkraftwerk Fankel

20 Mitglieder des Fördervereins der Energieagentur Region Trier haben sich am 26.05.2011 bei einer Exkursion zum Laufwasserkraftwerk Fankel an der Mosel und zum Pumpspeicherkraftwerk Vianden rund um das Thema Wasserkraft informiert. Herr Georg Marx von der RWE Vertrieb AG stellte den Kontakt zu RWE Innogy, die die Laufwasserkraftwerke an der Mosel von Fankel aus betreibt, und zu S.E.O in Vianden her. Das Laufwasserkraftwerk in Fankel ist eines von insgesamt zehn Kraftwerken an der Mosel zwischen Trier und Koblenz, die alle von RWE Innogy betrieben werden. Das Pumpspeicherkraftwerk in Vianden mit 1096 MW Turbinenleistung dient der Speicherung von Überschussenergie und der Erzeugung von Spitzenstrom.

Mit Hilfe der Wasserkraft wird seit Jahrzehnten an den Flüssen der Region Energie gewonnen. Ihr Anteil am Gesamtstromverbrauch liegt mit knapp 20% hinter der Windkraft an zweiter Stelle der regenerativen Energien der Region Trier und trägt damit bedeutend zur regenerativen Stromerzeugung bei. Und nicht nur die Laufwasserkraftwerke an Mosel, Saar und Kyll sind für die sichere Energieversorgung wichtig. Auch die Speicherung überschüssiger Energie mit Hilfe von so genannten Pumpspeicherkraftwerken ist eine Funktion der Wasserkraft und wird mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zunehmend bedeutsamer. In Pumpspeicherkraftwerken wird in Zeiten, in denen viel Strom zur Verfügung steht, Wasser aus einem unteren Becken auf ein höheres Niveau gepumpt. Bei Lastspitzen – also wenn kurzzeitig nicht genügen Strom ins Netzt eingespeist wird –wird das Wasser durch ein Fallrohr wieder aus dem Oberbecken abgelassen. Mit Turbinen kann so schnell und flexibel Strom erzeugt werden. Während früher meist ein bis zwei Mal am Tag das Oberbecken vollgepumt wurde, wechseln Pump- und Turbinenbetrieb heute bis zu 20 Mal am Tag. Diese höhere Flexibilität ist auch Lastsschwankungen geschuldet, die durch die unregelmäßige Einspeisung regenerativer Energien entstehen. Um diese Schwankungen schnell auszugleichen, werden Pumpspeicherkraftwerke eingesetzt. Dieses Verfahren und seine Potenziale werden derzeit rege diskutiert, da mit steigendem Anteil von Sonnenenergie und Windkraft die Stromversorgung immer stärkeren Schwankungen unterliegt, die schnell abgeregelt werden müssen. Mit dem Pumpspeicherkraftwerk in Vianden verfügt die Großregion über eines der wenigen Kraftwerke dieser Art.

In Fankel informierte Herr Jonas von RWE Innogy über Technik, rechtliche Voraussetzungen und den Betrieb der Wasserkraft an der Mosel. Anschließend erhielten die Teilnehmer einen direkten Einblick in die Anlage in Fankel.
Im Anschluss führte die Exkursion an die deutsch-luxemburgische Grenze zum Pumpspeicherkraftwerk in Vianden, das derzeit vergrößert wird. Der Projektleiter des Ausbaus gab einen Einblick in die aktuellen Planungen zum Bau einer 11. Turbine und beantwortete die zahlreichen fachlichen Fragen. Bei einem Rundgang über das Gelände konnten die Teilnehmer die Bauarbeiten unter Tage hautnah miterleben. Derzeit wird in der großen Karvernenhalle die Infrastruktur errichtet, an der die neue Turbine und der Generator zum Einsatz kommen. Alle Teilnehmer zeigten sich begeistert von dem hohen Informationsgehalt der Exkursion.

(le)